Desolate erste, viel bessere zweite Halbzeit

Desolate erste, viel bessere zweite Halbzeit

von Ralph Kraus

 Nur einen Punkt hat der Hünfelder SVaus den vergangenen drei Spielen in der Hessenliga eingefahren. Am Samstag sah es zunächst so aus, als würde das Spiel bei der TGM/SV Jügesheim in einem Desaster enden.

Zur Pause musste einem jedenfalls beim 1:4 (0:4) an der Weiskirchener Straße angst und bange werden. Da schoss sich der Vizemeister des Vorjahres gewaltig den Frust von der Seele, der sich nach zwei Niederlagen in Folge angestaut hatte.
Hünfeld musste dagegen die Ausfälle von Torwart Theisenroth, den Abwehrspielern Witzel und Gensler, Mittefeldspieler Dennis Müller und auch noch Stürmer Maurus Klüber hinnehmen – das war zu viel des Guten für den HSV, der in den ersten 45 Minuten jegliche Ordnung vermissen ließ. „Nimmt man noch Sascha Rumpeltes dazu, dann haben uns sechs Spieler gefehlt, die wir eigentlich zum Stamm der ersten Elf gezählt haben. Trotzdem darf so etwas wie in der ersten Halbzeit einfach nicht passieren“, sagte Coach Dominik Weber, dessen Elf sich noch im Schlummerland befand, während die Jügesheimer schon von der ersten Sekunde voll konzentriert auf dem Platz standen. Die Tore Eins bis drei kassierte Hünfeld nicht nur innerhalb der ersten 19 Minuten, sondern alle drei Treffer fielen jeweils nach Eckbällen. Unglaublich, wie sich der HSVdabei anstellte. So beim 1:0, als der Ball an den kurzen Pfosten gespielt und von dort verlängert wurde. Torschütze Fliess stand letztlich völlig blank. „Wir waren am Anfang überhaupt nicht auf dem Feld. Dabei hatte sich die Mannschaft so viel vorgenommen und  unser Trainer hatte in der Kabine nochmal deutlich gemacht, dass es auf diesem Platz nur mit viel Kampf und der richtigen Einstellung geht“, so Abteilungsleiter Joachim Hess.

Als dann auch noch Daniele Fiorentino nach gut einer halben Stunde mit einem Schuss aus 16 Metern auf 4:0 erhöhte, da drohte den Hünfeldern gar ein Debakel. „Da habe ich ein bisschen  geschluckt“, gab Joachim Hess nachher zu.

Immerhin: Dominik Weber scheint in der Kabine die passenden Worte gefunden zu haben, denn nach der Pause war Hünfeld endlich auf dem Platz. Viel zu spät zwar, um das Spiel womöglich noch drehen zu können, aber zumindest konnte noch schlimmeres verhindert werden. Nach einer knappen Stunde konnte Kapitän Niclas Rehm verkürzen und als Lukas Budenz kurz darauf sogar das 4:2 hätte machen können (64.), sah die Leistung schon wieder ein bisschen freundlicher aus. „Letztlich muss man der Mannschaft doch noch eine super Moral aussprechen, denn nach der Pause haben wir uns gewehrt und es hat nur noch Hünfeld gespielt.“

Übrigens: Wer diese Saison Spiele der Jügesheimer besuchen will, der muss sich gut informieren, wo denn letztlich gespielt wird. Zur Auswahl stehen gleich drei Spielstätten, wobei der HSVwie vor zwei Wochen auch Flieden auf dem neu hergerichteten alten Gelände des SV Jügesheim antreten musste.

Jügesheim: Jordanic; Fliess, Krist, Daudi, Fiorentino, Schnitzer (68. Günther), Amani (84. Özdemir), Demirtas, Salinas Furio, Hofmann, Bellos (68. Smietana).
Hünfeld:  Gutberlet; Grosch, Helmke, Belaarbi, Beck (46. Krenzer), Trabert, Alles, Neidhardt, Budenz, Rehm, van Leeuwen (65. Krieger).

Schiedsrichter: Simon Müller (Oberzell). Zuschauer: 90. Tore: 1:0 Tim Fliess (2.), 2:0 Maravge Demirtas (15.), 3:0 Viktor Krist (19.), 4:0 Daniele Fiorentino (33.), 4:1 Niclas Rehm (58.).

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