Hessenliga – 100 Tage im Amt – Hünfelds Dominik Weber zieht Resümee

Hessenliga – 100 Tage im Amt – Hünfelds Dominik Weber zieht Resümee

Hünfeld (jg) – Exakt 100 Tage ist Dominik Weber Trainer des Fußball-Hessenligisten Hünfelder SV. Zeit für ein Zwischenfazit, das aus Sicht des Bunzenthal-Nachfolgers äußerst positiv ausfällt. Und der damit auch Kritiker Lügen straft, die die Entscheidung der Vereinsverantwortlichen nicht nachvollziehen konnten, den zu diesem Zeitpunkt 32-jährigen langjährigen Kapitän des Teams zum neuen Cheftrainer zu befördern.

Wir können im Moment absolut zufrieden sein, so wie die Mannschaft mitarbeitet, gibt es nichts bis gar nichts auszusetzen. Einstellung, Engagement und Wille stimmen absolut. Und ich denke deswegen, dass es dem Verein Recht gibt, auf mich gesetzt zu haben“, erklärt Weber wie immer grundehrlich. Der Verein, was sich in diesem Fall vor allem auf Abteilungsleiter Joachim Hess und den Vorsitzenden Lothar Mihm bezieht, lässt Weber ruhig arbeiten, auch wenn es mal eine Negativserie, wie kürzlich, mit fünf Spielen ohne Sieg gibt: „Hier wird nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Alle können die Lage realistisch beurteilen. Von Umfeld und Vereinsseite gibt es keinerlei Druck, was natürlich auch mir die Arbeit erleichtert.“

Spieler sprechen Weber weiterhin mit „Dome“ an

Und auch in der Mannschaft hat Weber keinerlei Akzeptanzprobleme – trotzt der Tatsache, dass er mit einigen Spielern schon jahrelang selbst zusammengespielt hatte: „Früher war ich ja Kapitän, da war auch schon Respekt da. Da die Jungs allesamt einen einwandfreien Charakter haben, ist das auch jetzt kein Problem.“ Was auch daran liegen mag, dass Weber sich in seinem Auftreten und seiner Art kaum verändert hat: „Das wollte ich auch nicht“, macht der Bankkaufmann, der gestern 33 wurde, klar. Bestes Beispiel: Die Spieler sprechen Weber nach wie vor mit seinem Spitznamen „Dome“ an, was für ihn überhaupt kein Problem ist, sondern sogar gewollt: „Da mache ich mich ja unglaubwürdig, wenn mich die Spieler plötzlich mit ‚Trainer‘ anreden sollen.“
Den Schritt in das „Haifischbecken“ hat Weber also noch nicht bereut: „Jedes Training macht Spaß. Ich bin da mit einer Riesenfreude dabei. Die Mannschaft macht es mir aber auch leicht, weil sie an den Wochenenden Leistung bringt.“ Diese Leistungen spiegeln sich in der Tabelle mit aktuell Platz 14 wider – das würde am Saisonende den Nichtabstieg bedeuten: „Für uns geht es nur um den Klassenerhalt, wenn wir den schaffen, wäre das Wahnsinn. Bei uns geht es nur über die Schiene der körperlichen Fitness. Wir müssen 90 Minuten Fußball arbeiten.“ Gelingt das, spielt sich die Mannschaft auch mal schnell in einen Rausch, so wie am Samstag beim 4:1-Sieg in Lohfelden.

Sonderlob für Budenz, Helmke, Grosch und Neidhardt

Da überzeugten vor allem Lukas Budenz und Dennis Müller: Budenz darf sich wie Johnny Helmke, Simon Grosch und Christoph Neidhardt ohnehin ein Sonderlob abholen, an Müller übt Weber hingegen leise Kritik, genau wie an Kevin Krieger. „Lukas ist einer unserer konstantesten Spieler in dieser Saison, Simon hat sich hinten rechts festgespielt, er wird ein immer festerer Bestandteil, Johnny ist wieder voll auf der Höhe, nachdem er in der Vorbereitung meist gar nicht da war, und Christoph hat sich unglaublich schnell an die Mannschaft, die Spielweise und die Hessenliga gewöhnt. Mit seiner Geschwindigkeit und seiner Torgefährlichkeit hilft er uns ungemein“, lobt Weber, der anfügt: „Kevin und Dennis müssen wieder dahin kommen, wo sie in der vergangenen Saison waren, da waren sie nämlich nicht aus der Mannschaft wegzudenken. Bei beiden liegt es aber auch daran, dass sie die Vorbereitung nicht komplett mitgemacht haben, die letzten Körner fehlen, das kriegen wir aber wieder hin.“ Allein an diesen Tatsachen – Grosch und Budenz waren in der vergangenen Saison noch regelmäßige Bankdrücker, jetzt müssen auch mal Müller oder Krieger dort Platz nehmen – wird deutlich, dass die Leistungsdichte beim HSV extrem eng geworden ist, die Qualität ob der Abgänge von Alex Reith, Daniel Schirmer, Christian Ruck und Cino Schwab sicherlich etwas gelitten hat, das Ziel Klassenerhalt aber keineswegs vermessen ist.

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