Hessenliga – Hünfeld schlägt Wiesbaden mit jeder Menge Herzblut

Hessenliga – Hünfeld schlägt Wiesbaden mit jeder Menge Herzblut

Hünfeld – Von Johannes Götze – www.osthessen-sport.de

Dank einer tollen Mannschaftsleistung hat der Fußball-Hessenligist Hünfelder SV den ersten Heimsieg eingefahren: Aufsteiger SV Wiesbaden wurde mit einer 1:3 (0:1)-Niederlage im Gepäck zurück in die Landeshauptstadt geschickt. Dabei mussten die Spieler vorm Spiel erst einmal den Schock vom Wechsel ihres Mitspielers Sascha Rumpeltes zu Buchonia Flieden verdauen.

„Ich hab zu keiner Sekunde daran gezweifelt, dass wir das Spiel heute gewinnen. Trotzdem ist es natürlich Erleichterung pur“, purzelten HSV-Trainer Dominik Weber nach dem Spiel jede Menge Steine vom Herzen. Weber musste nach dem ersten Heimdreier erstmal die Gefühle sortieren, fand dann aber die passenden Worte: „Das war eine mannschaftlich geschlossene Mannschaftsleistung von der Nummer 1 bis 15.“ Zwei Spieler galt es aber trotzdem herauszuheben: Johnny Helmke ist wieder zu alter Form zurückgekehrt und geht als absoluter Chef der Defensive voran. Zudem machte Maurus Klüber als Sturmspitze ein Riesenspiel, lief über 90 Minuten unermüdlich die Viererkette an, belohnte sich erst mit einer tollen Vorarbeit zum 2:0 und entschied das Spiel dann mit dem 3:1. „Er hat heute die Kritiker, die immer sagen, dass in Hünfeld ein Mittelstürmer fehlt, eines Besseren belehrt“, war auch Weber mehr als angetan von der Leistung Klübers, der schon am Dienstag in Eschborn zu den besten gehörte. Warum Hünfeld gegen die von der Spielanlage eigentlich etwas reiferen Gäste gewann, das wusste Wiesbadens Trainer Sascha Amstätter nur zu gut: „Mit sehr viel Herzblut und Einsatzwille haben die Hünfelder uns verdient drei Tore eingeschenkt und wir nur eins gemacht.“

Für das 1:0 kurz vor der Pause sorgte Kapitän Niclas Rehm höchstpersönlich: Knapp im Strafraum selbst gefoult worden, entschied der Schiedsrichter allerdings auf Freistoß außerhalb, Rehm war es schnuppe, er zirkelte den Freistoß einfach direkt rein. Chancen waren im guten und temporeichen Spiel bis dato Mangelware: Bei Hünfeld scheiterte Rehm per Volleyschuss aus kurzer Distanz am Keeper. Im direkten Gegenzug liefen die Hünfelder in einen Konter, gegen Max Fiege konnte Lukas Budenz in letzter Sekunde klären. Nach der Pause war der HSV gleich wieder präsent, ließ wenig zu und belohnte sich folgerichtig mit dem zweiten Treffer: Klüber fiel der Ball vor die Füße, der spielte den Ball dann liegend in die Schnittstelle, der ebenfalls starke Christoph Neidhardt bedankte sich und schob ein. Richtig unnötig war dann der Anschlusstreffer, denn mit einem 2:0 im Rücken ließen sich die Hünfelder schulbuchmäßig über drei Stationen auskontern. Mittelstürmer Ferhat Gündüz traf nach toller Flanke von Ernesto Cavallo. Ernsthafte Ausgleichschancen gab es dann keine, lediglich ein Fernschuss von Kapitän Christopher Hübner sorgte noch einmal für Gefahr. Gezittert musste dennoch bis in die Nachspielzeit, da sorgte Klüber dann für kollektiven Jubel, als er einen als Befreiungsschlag gedachten Pass von Steffen Witzel frei vorm Tor verwertete.

Dass die Hünfelder auch heftige Nackenschläge verdauen können, bewiesen sie somit eindrucksvoll: Neben Kevin Krieger (Rotsperre) und Sebastian Gensler (Knie-OP) musste Weber auch noch kurzfristig auf Dennis Müller (Mittelfußprellung) und Sascha Rumpeltes (nach Flieden gewechselt – siehe Extrabericht) verzichten. Rumpeltes hatte seinen Wechsel erst kurz vorm Spiel kommuniziert, wurde daraufhin von Weber freigestellt. Spieler wie Julian Rohde auf der 10 und Simon Grosch als Rechtsverteidiger sprangen in die Bresche und machten ihre Sache richtig gut.

Hünfeld: Theisenroth – Grosch, Helmke, Witzel Beck – Budenz, Alles – Neidhardt (83. Belaarbi), Rohde (77. Trabert), Rehm – Klüber (90.+2 van Leeuwen).

Wiesbaden: Tekin; Heupt, Ouffata, Schmick, Hübner, Seidelmann (46. Schug), Gündüz, Fiege (58. Bahssou), Cavallo (82. Rebic), Dimter, König.

Schiedsrichter: Boris Reisert (Rödermark)

Tore: 1:0 Niclas Rehm (41.), 2:0 Christoph Neidhardt (63.), 2:1 Ferhat Gündüz (71.), 3:1 Maurus Klüber (90.+1)

Zuschauer: 260.

 

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