Hünfeld bereits nach 70 Sekunden auf Kurs

Hünfeld bereits nach 70 Sekunden auf Kurs

Verbandsliga: Starke Leistung beim 3:1-Sieg gegen Schwalmstadt
Exakt 33 Sekunden waren gespielt, als Hünfelds Maurus Klüber nach einem Zweikampf mit Schwalmstadts Fabian Seck zu Boden ging. Da die Aktion im Strafraum stattfand, zeigte Schiedsrichter Simon Müller (Sinntal) auf den Elfmeterpunkt. Es war der Beginn einer intensiven, nicht immer hochklassigen Partie. Doch nicht nur direkt am Anfang, auch am Ende hatte der Hünfelder SV die Nase vorn – die Verbandsliga-Begegnung gegen Schwalmstadt wurde 3:1 (2:0) gewonnen.
Zum fälligen Strafstoß nach etwas mehr als 60 gespielten Sekunden trat Christoph Neidhardt an. Bei der 2:4-Niederlage in Eschwege scheiterte der 27-Jährige noch vom Punkt – diesmal verlud der rechte Mittelfeldspieler Keeper Sacir Nikocevic (2.). „Das ist natürlich ein super Gefühl, so früh in Führung zu gehen. Da ist man gleich viel selbstbewusster“, freut sich Torschütze Neidhardt über das frühe 1:0. Und auch sein Trainer Dominik Weber sieht das ähnlich: „Das ist natürlich ein Top-Start. Besser kann man sich einen Beginn nicht wünschen.“

Anders als beim Sieg in Neuhof, als der HSV trotz teils doppelter Überzahl erst in der 73. Minute das erlösende 1:0 erzielte, dominierte Hünfeld so von Beginn an das Spiel, das vom Start weg ruppig geführt war. Bereits in den ersten 20 Minuten sah Neidhardt die Gelbe Karte, während auf Schwalmstadts Seite gleich drei Akteure verwarnt wurden. In der Zwischenzeit gab es aber auch Fußball zu sehen, die Weber-Elf hätte durchaus auf 2:0 erhöhen können. So hämmerte Kapitän Niclas Rehm einen Freistoß aus 30 Metern an den Pfosten, der Treffer von Neidhardt per Abstauber wurde anschließend nicht gegeben, da sich der Torschütze zum 1:0 im Abseits befand (11.).

Die Gäste kamen dagegen erst nach einer halben Stunde mit ihrer ersten richtig guten Chance daher: Auch hier war es ein Freistoß, der Ex-Lehnerzer Jan-Henrik Wolf scheiterte allerdings am gut aufgelegten Tim Gutberlet. Nur zwei Minuten später konnten die Hausherren dann auf 2:0 erhöhen. Nach feiner Kombination über Ferhat Yildiz, Kevin Krieger und Rehm tauchte Klüber alleine vor Schlussmann Nikocevic auf und brachte den Ball im Tor unter (32.).

Mit einer verdienten 2:0-Führung endete die erste Halbzeit, in der die Hünfelder dennoch zwei Wermutstropfen hinnehmen mussten. So zerrte sich der starke Klüber nach einer Ballannahme und signalisierte sofort, dass es nicht weitergehen würde. Doch nicht der wiedergenesene Goalgetter Robert Simon kam in die Partie, sondern Mittelfeldspieler Lukas Budenz. Die Auswechslung wurde noch vor der Pause vollzogen, eine weitere fand direkt zu Beginn von Hälfte zwei statt. Thorsten Trabert konnte nach einem Foul im Mittelfeld seinen Kiefer nicht mehr bewegen, für ihn kam Niklas Wahl ins Spiel.

Mitte der zweiten Halbzeit dann der dritte verletzungsbedingte Wechsel: Sebastian Gensler bekam während des Spiels ordentlich auf die Knochen und musste schließlich nach einem erneuten Schlag aufs Knie durch Simon Schilling ersetzt werden. „Es wurde im Spiel schon ordentlich hingelangt. Ich weiß nicht, ob das in der Verbandsliga mittlerweile so üblich ist, in Neuhof am Mittwoch war das ja auch schon so“, ärgert sich Weber.

Auch bedingt durch die Umstellungen startete der HSV nicht gut in Hälfte zwei. Serkan Erdem spazierte an Tarek Belaarbi und Sebastian Alles vorbei in den Sechzehner und fand in der Mitte Ricardo Seck, der das Leder nur noch über die Linie drücken musste: „Das Gegentor hätte nicht sein müssen. Wir müssen das Dribbling früher verhindern“, fordert der Hünfelder Coach, der ansonsten nicht viel auszusetzen hatte an seiner Defensive: „Wir standen hinten sicher, hätten aber den einen oder anderen Konter besser ausspielen müssen.“

Besser wurde es dann in Minute 75: Krieger setzte Rehm toll in Szene, der Kapitän vergab die Riesenchance allerdings, da ein Verteidiger noch einen Fuß dazwischen bekam. Nach der anschließenden Ecke war es dann aber soweit: Steffen Witzel legte den Ball auf Neidhardt ab, dessen Schuss wurde abgefälscht, trudelte so aber unhaltbar über die Linie (76.). Danach war die Messe gelesen und der HSV spielte die letzten Minuten souverän herunter.

„Ich bin absolut zufrieden. Schwalmstadt war der erwartet gute Gegner, wir wussten aber, was auf uns zukommt“, so Webers Fazit, der außer dem Gegentor und einigen Kontergelegenheiten, die „wir besser ausspielen müssen“, nichts zu kritisieren hatte.Auch Doppeltorschütze Neidhardt ist im Großen und Ganzen zufrieden: „Wir müssen nach den Toren die Partien konzentriert zu Ende spielen, wir haben teilweise Kontersituationen gegen uns gehabt, wo wir hinten Mann gegen Mann standen. Trotzdem denke ich, dass wir nach dem Fehlstart auf einem guten Weg sind.“

Hünfeld: Gutberlet – Alles, Belaarbi, Witzel, Yildiz – Gensler (72. Schilling), Trabert (46. Wahl) – Neidhardt, Krieger, Rehm – Klüber (42. Budenz).
Schwalmstadt: Nikocevic – Liebermann, Preuss, F. Seck, Lutz – Meier, Kutzner – R. Seck, Wolf, Lindenthal (46. Gerstung) – Erdem (74. Rieck).
Schiedsrichter: Simon Müller (Sinntal).
Zuschauer: 200.
Tore: 1:0 Christoph Neidhardt (2., Foulelfmeter), 2:0 Maurus Klüber (32.), 2:1 Ricardo Seck (53.), 3:1 Christoph Neidhardt (76.).
Autor: Steffen Kollmann

Schwalmstadt-09-2015-1

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