Zweigleisige Hessenliga – Echte Alternative oder Hirngespinst?

Zweigleisige Hessenliga – Echte Alternative oder Hirngespinst?

Fulda (hg/rg) – Wenn es hart auf hart kommt, spielen nächste Saison 21 Teams in der Fußball-Hessenliga (wir haben berichtet). Dies würde bedeuten, dass 42 Spieltage angesetzt werden müssten. Als Alternative zu einer langen Saison mit zahlreichen Doppelspieltagen stellte Klassenleiter Jürgen Radeck (Ortenberg) bei der Restrundenbesprechung am Montag die Idee in den Raum die Runde in diesem Fall zweigleisig zu spielen.

Die ersten fünf Teams beider Staffeln würden nach der Winterpause um die Meisterschaft spielen, der Rest gegen den Abstieg. „Es ist einfach mal ein Vorschlag über den die Vereine nachdenken sollen“, erläutert Radeck. Argumente, die dafür sprechen würden, sind zum einen kürzere Fahrtstrecken und zum anderen möglicherweise steigende Zuschauerzahlen durch einen höheren sportlichen Reiz. Die großen Entfernungen würden bei einer 21er-Liga aufgrund der Spieltage unter der Woche (drei mehr als bisher) zum Problem. „Bei den weiten Strecken müssten sich die Spieler zum Teil einen halben Tag Urlaub nehmen und wenn Mannschaften dann kein Flutlicht haben, funktioniert es auch nicht“, gibt Radeck zu bedenken. Wenn dann noch eine Schlechtwetterperiode die Plätze mehrfach unbespielbar macht, gäbe es enorme Probleme, Ausweichtermine zu finden.

Frank Happ, Abteilungsleiter beim Hessenligisten Buchonia Flieden, glaubt nicht an eine Umsetzung der Idee, denn die erhoffte Reduktion der Spieltage wäre nicht wirklich gegeben. Für die Fliedener, die sowohl in einer Nord- als auch in einer Süd-Gruppe geografisch am Rand angesiedelt wären, gäbe es auch keine Kostenersparnis. Hinzu kommt, dass bei der angestrebten Rückführung auf die Sollzahl von 18 Mannschaften es dazu kommen würde, dass aus einer nur mit zehn Mannschaften besetzten Abstiegsrunde im schlechtesten Fall sechs Teams absteigen müssten. Verantwortlich für die Misere ist laut Happ der Hessischen Fußballverband (HFV), „der sich das mit seiner Zustimmung zur Regionalligareform selber eingebrockt hat“.

Radeck hat sich von den Vereinen, die für den Aufstieg in Frage kommen, eine frühzeitige Entscheidung erbeten, ob diese das Aufstiegsrecht wahrnehmen würden. Voraussichtlich im März soll der Vorschlag dann auch im Verbandsspielausschuss diskutiert werden. „Da wird dann die Resonanz der Vereine einfließen und wir wissen auch schon mehr über die Situation in den anderen uns betreffenden Ligen“, erklärt Radeck.

Was noch etwas im Dunkeln bleibt, ist die Frage, wie die Anzahl der Spieltage in der zweigeteilten Liga reduziert werden soll. Bei einer Staffel mit elf und einer Staffel mit zehn Teams sind 22 Spieltage nötig, gefolgt von erneut 22 Spieltagen in der folgenden Elferstaffel (Auf- oder Abstiegsrunde). „Das ganze war ja nur ein Denkanstoß und es geht uns ja auch um eine Reduzierung der Fahrstrecken“, so Radeck.

So könnten die beiden Staffeln nach derzeitigem Stand aussehen:

Nord:

KSV Baunatal

FSV Fernwald

FSC Lohfelden

OSC Vellmar

Hünfelder SV

SV Buchonia Flieden

TSV Lehnerz

Eintracht Stadtallendorf

FSV Braunfels

FC Ederbergland

SC Waldgirmes

Süd:

TGM/SV Jügesheim

SC Viktoria Griesheim

SV Wehen Wiesbaden II

Kickers Offenbach II

SV Rot-Weiss Hadamar

Sportfreunde Seligenstadt

FSV Frankfurt II

Bayern Alzenau

Eintracht Frankfurt II

FC Eschborn

www.osthessen-sport.de

 


 

 

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